Holzinformation


Nur die besten Hölzer finden bei uns Verwendung. Stücke von feiner geradliniger Struktur für Hälse, bis wild gemaserte seltene Deckenhölzer, alle mit viel Erfahrung geduldig und sorgfältig ausgewählt und lange Jahre abgelagert. Das Holz ist neben der Bauweise verantwortlich für den Klang des Instrumentes. Während der Hals - der zum Großteil aus Ahorn gefertigt wird - für lang anhaltendes Sustain und Wiedergabe von brillianten Obertönen steht, steuert das Korpusholz eher zu dem Charakter des Gesamtklanges bei. Verschiedene Hölzer haben unterschiedliche Klangfarben und Klangcharakteristiken. Es gibt weiche Hölzer wie Pappel, das samtig weich klingt bis hin zu sehr harten Hölzern wie Bubinga, das hart und brilliant klingt und auch im Tiefbassbereich noch sehr gut artikuliert. Dazwischen gibt es unzählige Klangfarben, die in Kombinationen mit verschiedenen Hölzern erreicht werden können. Tonholz oder auch Klangholz genannt, ist Holz, das sich nach Art und Qualität für den Bau von Musikinstrumenten eignet. Daher sollte i.d.R. Holz Verwendung finden, welches langsam gewachsen ist , die Jahresringe somit eng beieinander liegen. Weiterhin sollte es möglichst gerade gewachsen sein und kaum Äste aufweisen Ein ganz wichtiges Kriterium für Tonholz ist auch die Lagerung. Denn je länger gelagert, desto besser! Je nach Holzart sollte die Lagerzeit mindestens 5 bis 8 Jahre betragen. Eine alte Regel besagt: mindestens 1 Jahr pro Zentimeter. Frisch geschlagenes Holz enthält viel Feuchtigkeit und beginnt während der Trocknungsphase zu schrumpfen oder sich auszudehnen, was wiederum oft einen Verzug zur Folge hat. Dies ist natürlich extrem schlecht für ein Musik-Instrument, wer möchte schon ein verzogenes oder gerissenes Instrument besitzen? Bei längerer Lagerung entspannt sich das Holz und es neigt immer weniger zum Verziehen.
Weiteres Kriterien für Tonholz ist auch die Schnittrichtung der Holzkantel, also der Faserverlauf, ausserdem entscheiden natürlich auch Fehler im Holz oder Fehlwüchse über die Verwendung als Instrumenten-, oder als Brennholz. Bei der richtigen Holzauswahl stehen wir dem Musiker mit Rat und Tat zur Seite, so dass auch die individuellsten Wünsche und Sounds verwirklicht werden können. Zu bedenken ist auch, dass nicht jedes Holz für alle Oberflächenbehandlungen gleichermassen geeignet ist, so ist z.B. Basswood, Pappel oder auch Erle eigentlich zu weich um Sie einfach nur zu ölen & wachsen, es funktioniert zwar, allerdings hat man damit natürlich mehr Probleme mit Schrammen und Macken als bei härteren Holzarten. Andere Sorten wiederum lassen sich nur schwer überreden Beize anzunehmen, es bedarf manchmal diverser Vorbehandlungen damit die Beize auch gleichmässig angenommen wird.
Auch vertragen sich verschiedene Lacksorten nicht immer miteinander, Ihr solltest Euch also im Vorfeld ein wenig Informationen einholen, oder einfach bei uns nachfragen! Wir versuchen hier mal die Charaktereigenschaften zu beschreiben, Holz ist allerdings ein so individueller Werkstoff, dass wir nur die Grundzüge beschreiben können. Aber vorerst noch etwas fürs Verständniss: Attack (Ansprache, also die Schnelligkeit des Aufbau des Tones!), Sustain (Ausschwingung des Tons in Länge und Ausklang). Leichte Hölzer bauen den Ton schnell auf, harte Hölzer besitzen meist mehr Sustain.
Nun zur Beschreibung (Farben & Struktur können natürlich mehr oder weniger stark abweichen, variieren):

Erstmal zu unseren meisteingesetzten Korpushölzer:

Erle: reich an Mitten und Bässen, sehr leichtes Holz, klingt warm & offen und meist schön knurrig

Sumpfesche: basslastiger, luftiger und druckvoller Ton, sehr leichtes Holz

Esche: druckvoller, punchiger Ton, weniger Mitten als Erle, spritziger, aufgeräumter, klarer

Bergahorn: ausgeglichen, Bässe meist tief und klar, Höhen meist spritzig bis drahtig, manchmal nicht sehr Mittenstark

Feldahorn: wie Bergahorn, jedoch oft obertonreicher

Mahagoni (Swietenia), also echtes amerikanisches Mahagoni, warmer, bassiger Ton mit viel Mitten, mittelfeste Struktur

Nussbaum: schön tiefmittig, warm, trotzdem punchiger Ton



Und ein P.S.: bei Ahorn gibt es, wie bei den meisten Holzarten, verschiedene optische Wuchsformen. Ahorn nehmen wir hier mal als Beispiel, da wir es sehr gerne als Deckenholz einsetzen:

Riegelahorn (flamed-maple):

Wölkchenahorn (quilted-maple):

Vogelaugenahorn (birds-eye-maple):

spalted-maple, ein eigentlich mit Pilzbefall erkranktes Holz, optisch aber sehr reizvoll:


Und hier zu den Hölzern, die im Instrumentenbau und als Tonholz noch üblich sind, von uns auch teilweise oder auf Wunsch eingesetzt werden (wenn lieferbar):

Khaya,Sipo,Sapele (afr. 'Mahagoni'),warmer,bassiger Ton mit viel Mitten,optisch & klanglich ähnl. wie 'echtes' Mahagoni

Birnbaum: klarer, mittiger & kräftiger Ton, meist gepaart mit toller Optik

Bubinga: harter, brillanter Ton; absolut saubere Basswiedergabe, schweres Holz!

Padouk: hart, knallig, saubere Basswiedergabe, crispe Höhen, dezente Mitten, ähnlich Ahorn, mittelschwer-schweres Holz!

Kirschbaum: oft sehr schöne Struktur und Maserung, mittelschwer

Basswood: weicher Ton, ausgeglichen in Bass,Mitten,Höhen, sehr leichtes Holz, manchmal zu stark dämpfend, gut für Zerrsounds

Redwood, amerikanisches Nadelholz (Küstenmammutbaum), weich, leicht, beliebt bei Akustikinstrumenten oder als Deckenholz

Wurzelulme, weich, warm, leicht und einfach schön

Platane: ausgeglichen in Bass, Mitten, Höhen; trocken

Pappel: weicher, samtiger Ton, leichtes Holz

Edelkastanie: druckvoller, punchiger Ton

Elsbeere: erdig, brillanter Ton, obertonreich

Amaranth: wunderschöne Farbe, je nach Herkunft fast lila, hart und schwer, toller Tiefbass

Koa: klar und transparent, ausgeprägte Hochmitten

Dibetou: kastanienbraune Farbe, hell und dunkelgestreift

Wenge: weiche Bässe, ausgeprägte Mitten, schwer, hart

Ovangkol: mittelfestes, meist attraktives Holz, klanglich geht es etwas in Richtung Mahagoni

Zypresse: Nadelholz mit hoher Festigkeit, hell & brilliant

Zebrano: hartes, schwer zu bearbeitendes Holz, sehr attraktiv

Maserbirke: wunderschöne Optik, ausgeprägte Maserung, wie der Name schon sagt

Korina: im Gitarrenbau nicht unüblich, warm, bassig

Myrtle: sehr interessantes Deckenholz, zumindest optisch


Und nun noch zu den bei uns eingesetzten Griffbretthölzern:

Ebenholz: harter Ton,sehr schweres Holz, der Klassiker für Fretlessgriffbretter,teilweise auch ganz schwarz oder s/w

Hard Maple (amerik. Felsen-Ahorn): schön hart und obertonreich

Palisander: präsenter, mittiger und harter Ton

Pao Ferro: gehört zur Palisanderfamilie, geht auch klanglich in diese Richtung,optisch etwas heller, tolles, sehr hartes Holz

Zwetschge/Pflaume: erdig, mittig, knurriger und präsenter Ton

Schlangenholz: mittig, harter und präsenter Ton, wahnsinns Optik, eines der teuersteren Tonhölzer überhaupt

Cocobolo: fest & schwer, ähnlich Ebenholz, klanglich näher am Palisander

Zirikote: hartes Holz, meist attraktiv gemasert, warme, dunkle Klangfarbe

Königsholz: schwer, hart, aussergewöhnliche Optik

Satinwood/Zitronenholz: schön honigfarben, hart, recht schwer, brillianter Ton, guter Tiefbass

Rosenholz: eng verwandt mit Palisander, auch klanglich ähnlich, optisch jedoch völlig anders


hier gibt es noch mehr Hölzer und auch sehr ausgefallene Stücke! KLICK MICH

Natürlich können wir nicht immer jedes der genannten Hölzer besorgen, manche Sorten bekommt man hierzulande zeitweise schwer bis gar nicht, zumindest oft nicht in Klangholzqualität, darum bitte bei uns anfragen, falls Interesse an bestimmten Holzsorten besteht.

Welche Favoriten haben wir? Ist eigentlich recht schwer zu sagen, da die Hölzer trotz aller unterschiedlicher Eigenschaften immer wieder Interessantes und Neues bieten, jedesmal wenn wir mit Hölzern experimentieren oder sogar mischen (Sandwichbauweise etc.) kommen eigentlich immer tolle Ergebnisse heraus. Natürlich auch, weil wir ausschlieslich sehr lange ( je nach Sorte zwischen 5 und 20 Jahre...) abgelagerte Hölzer verarbeiten!
Trotzdem gibt es so ein paar Favoriten (wir bauen unsere Instrumente vorwiegend aus heimischen Holzsorten, aus Deutschland & Europa, manchmal setzen wir auch amerikanische/kanadische Sorten wie z.B. Hardmaple & Sumpfesche ein, seltener verbauen wir Tropenhölzer; selbst bei Griffbrettern setzen wir auf Wunsch heimische Holzarten ein):
Korpushölzer:
Erle, eines meiner grossen Favoriten: Nach guter Erle sind wir ständig am Ausschau halten, kaufen gerne auch mal etwas grössere Posten dieser leichten und als Tonholz sehr traditionelle & bei vielen Herstellern beliebte Sorte. Und es knurrt, und es klingt offen, ist sehr warm im Sound...! Leider recht weich, man sollte also lackieren!
Ausserdem hat Erle meist keine allzu aufregende Optik.
Esche: Zugegebenermassen oft recht schweres Holz (einheimische Sorte), in der richtigen Qualität aber eines der beliebtesten Tonhölzer, wir achten darauf, nur extrem leichte Sorten zu kaufen! Wir verwenden es sehr gerne in Sandwichbauweise, auch hier ist das Knurren mit ins Holz gewachsen; Esche ist etwas punchiger, aufgeräumter als Erle, aber auch etwas mittenschwächer;  Esche kann man ölen/wachsen, da es ein recht hartes Holz ist, ausserdem optisch meist interessant gemasert.
Ich setze Eschebässe gerne für funky Sounds ein, hat aber natürlich auch im Rock seine amtliche Berechtigung.
Swamp-Ash: die leichte alternative zu unserer heimischen Esche, vom Gewicht in der Regel noch leichter als Erle!
Ahorn: ... einfach ein tolles Tonholz, das meisteingesetzte Holz für Bassgitarrenhälse. Als Riegelahorn oder Wölkchenahorn sogar unbeschreiblich schön... nicht immer sehr mittenstark, aber mit satten, definierten Bässen und sehr crispen Höhen... hier unterscheiden wir allerdings mehrere Sorten, siehe oben... und immer schön drahtig! Ausserdem auch hart genug, um 'nur' zu ölen/wachsen.
Nussbaum: als Wurzelnuss oft mit ausgeprägter Maserung, super-schön, ein sehr tiefmittig und warm klingendes Holz.
Mahagoni (Swietenia): Ein Klassiker im Bassbau, tiefer Bass, warmer und satter Sound.
Halshölzer:
Hard-Maple aus Kanada: unsere erste Wahl bei Hälsen, wir bauen die Hälse einteilig & natürlich auch mehrteilig gesperrt: unsere Hälse



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